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Sigma Award für Datenjournalismus: Auszeichnung für die Recherche „Syriens gestohlene Kinder“

Die preisgekrönte Recherche „Syriens gestohlene Kinder“ deckt die Entführung von Kindern unter Baschar al-Assad auf und gewinnt den Sigma Award.

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Unter der Herrschaft von Baschar al-Assad entführten Syriens Sicherheitsdienste Hunderte Kinder von inhaftierten Regimegegnern und brachten sie in Waisenhäusern unter, um ihre Familien zur Kooperation mit dem Assad-Regime zu zwingen. Die internationale Investigativrecherche „Syriens gestohlene Kinder“ dokumentiert eines der erschütterndsten Kapitel der Menschenrechtsverletzungen in Syrien. Über einen Zeitraum von neun Monaten werteten syrische und internationale Journalistinnen und Journalisten aus sechs Redaktionen Tausende durchgesickerter Dokumente aus. Die Recherche bestätigte mehr als 300 Fälle entführter Kinder; mindestens 3.700 Kinder gelten bis heute als vermisst.

Zu den zentralen Erkenntnissen gehört, dass SOS-Kinderdörfer International über Jahre hinweg von der Situation gewusst haben soll. Der syrische Zweig der Organisation wurde von der Tochter eines engen Assad-Vertrauten geleitet. Viele betroffene Familien suchen weiterhin nach ihren verschwundenen Kindern. Die syrische Übergangsregierung hat bislang keine umfassende Aufarbeitung oder Rechenschaft zu den dokumentierten Fällen vorgelegt. Für ihre herausragende Arbeit wurde die Recherche „Syriens gestohlene Kinder“ mit dem Sigma Award für Datenjournalismus ausgezeichnet. Der renommierte Preis wird vom Global Investigative Journalism Network (GIJN) vergeben und würdigt innovative und wirkungsvolle datenjournalistische Recherchen weltweit. Zu den beteiligten Journalistinnen gehörte auch die syrische Investigativjournalistin Mais Katt.

Über Mais Katt: Mais Katt ist eine mehrfach ausgezeichnete syrische Investigativjournalistin. Ihre Recherchen zu Korruption, Machtmissbrauch und Menschenrechtsverletzungen in Syrien haben internationale Aufmerksamkeit erregt. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie mit renommierten Medien und Rechercheorganisationen wie Lighthouse Reports, The Guardian, Der Spiegel, der BBC und ARIJ zusammen. Darüber hinaus hat Mais Katt Hunderte Journalistinnen und Journalisten in Syrien, Jemen, Sudan und Libyen ausgebildet. Gemeinsam mit Organisationen wie Internews, CFI und der DW Akademie stärkt sie unabhängigen Journalismus und investigatives Arbeiten in der Region. Sie gründete die syrische Exil-Medienorganisation Radio Rozana sowie das Arab Women Investigative Journalists Network. Heute lebt Mais Katt zwischen Damaskus und den Niederlanden. Als Trainerin und arabische Redakteurin engagiert sie sich im Projekt Her Turn Syria der taz panterstiftung, das syrische Journalistinnen fördert und ihre Rolle in unabhängigen Medien stärkt. Für Mais Katt ist Journalismus mehr als das Erzählen von Geschichten – er ist ein Instrument für Transparenz, Rechenschaft und gesellschaftlichen Wandel.

Die ganze Recherche hier anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=LymByDEqWkM&t=17s

Weitere Beiträge rund um das Syrien-Projekt der taz panterstiftung können Sie hier finden.